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fan 2 composition

8.10.2004-12.11.2004 - Heike Döscher (München) und Michael Graeve (Melbourne)

GalerieRoyal

Im Foyer der Galerie sorgen 30 an der Decke angebrachte Tischventilatoren für ein konstantes akustisches Grundrauschen und für eine ungewohnte Brise, die durch die automatisierten Schwenkbewegungen der Rotoren permanent in Stärke und Richtung oszilliert.

Das Surren und Rauschen der Ventilatoren (Fans) mischt sich mit den Tönen der im Hauptraum angesiedelten Soundinstallation. Auf zwei Stereosystemen laufen parallel und aufeinander abgestimmt die zwei Teile einer Komposition von Michael Graeve für vier Lautsprecher, in der sich bis zu sechzehn Lagen von Klängen und Geräuschen in repetitiven Mustern in der Zeit wie im Raum verschieben und modulieren. Neben den Lautsprechern und Abspielgeräten ist der einzige visuelle/skulpturale Eingriff in den Raum die großflächige, Wände, Boden und Decke einbeziehende Projektion eines (farbmanipulierten) Fotos von einem australischen Eukalyptuswald.

Döscher und Graeve schaffen viel surreale Atmosphäre mit wenigen und sehr unterschiedlichen Mitteln; Mitteln, die von einfach (Projektion) bis aufwendig (das Rauschen im Ventilatorenwald), von abstrakt bis narrativ, von analog bis digital und quer durch alle Sinneswahrnehmungen reichen. Ein Environment im Sensurroundverfahren, das durchaus versuchen könnte, so etwas wie einen tatsächlichen Simulationscharakter anzustreben, aber weit gefehlt. Denn was hier beim Betrachter evoziert wird ist keine konkrete Situation, kein bestimmter Ort, sondern mehr eine vage Ahnung, an irgendeinem anderen Ort zu sein. Es geht eher um Motive wie den Exotismus (den Victor Segalen definierte als das Gefühl, am anderen Ort anders zu sein), um landschaftliche Weite, Fernweh (gerade wenn die Patterns der Komposition bisweilen an das Rattern eines fahrenden Zuges erinnern), um Reisen in innere und andere ungreifbare Welten, romantisches Gedankengut und das Naturschöne...

Allerdings bleibt das Ganze auch im Hinblick auf diese allgemeineren Motive stets erfrischend uneindeutig, kippfigurenhaft. Denn neben ihrem Verweisen auf diverse mögliche Motive und Themen verweisen die einzelnen Elemente der raumgreifenden Arbeit stets auch auf sich selbst zurück, auf ihre technische Seite und ihre je eigene skulpturale Qualität. Heike Döscher und Michael Graeve rocken den Raum ? und den Betrachter.


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